Meine Gedichte

Zwiegespräch


Ein Menschlein blickt nach oben
und sprach: „Ach - mein lieber Gott,
vielerorts die Menschen toben,
weil Unrecht herrscht - die Habgier - Spott.“

„Die Armen werden immer mehr.
Ihr Schicksal liegt in Reichen Hand.
Man schiebt sie hin, man schiebt sie her.
Am liebsten aus dem eignen Land.“

„Der Größenwahn hat Konjunktur
bei Menschen, die zum Mensch nicht taugen.
Reichtum ist ihr sinnen nur.
Ihr sinnen, Menschen auszurauben.“

„Auch der, bis dato brave Mann
muß unbedingt nach Höherem streben
weil er es einfach nicht mehr kann,
genügsam sein - zufrieden leben.“

„Gemordet wird um ein paar Kröten,
nicht selten auch in deinem Namen.
Sag, ist dies alles denn von Nöten:
Haß, Neid, Kriege - all’ die Dramen?“

Amen!

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Gott sprach darauf:
„Jetzt hör’ mir zu!
Laß mich mit deinem Fleh’n in Ruh’!
Ich habe Euch Verstand gegeben
und Unverstand ist Euer Leben.“

„Mißgunst, Habgier, Sucht und Lügen.
Mich, andere - euch selbst betrügen.
Gutes ächten, Böses küren.
Sinnlos streiten, Kriege führen.

Den Worten jener Menschen glauben,
die euch Verstand und Euro rauben.
Verbrechen gegen die Natur
aus Idiotie - für Luxus nur.“

„Nehmen nur - und nur nichts geben.
Das ist vieler Menschen Leben.“

„Des Elends, Kranken und der Armen
habt ihr Euch selber zu erbarmen.
Sorgt selbst dort unt’ für Ordnung, Recht.
Will Euch nicht Richter sein, noch Knecht
und lasse mich, als Gott und Alten,
von Euch nicht mehr zum Narren halten.“

„Hört ihr nicht auf mit diesen Wahn,
werf’ ich die Erde aus der Bahn.“

Erwin P. Kandel

Verachtung


Ein Mensch, dem nur ganz selten
andre Menschen etwas gelten,
der stets bei andern Fehler sucht
und seine eignen nie verbucht,
kann uns doch - in meinen Augen,
zu einem Freunde niemals taugen.

Erwin P. Kandel

Religionen


Da streiten sich Religionen rum,
wer Herrin allen Glücks.
Die eine heißt die andre dumm.
Und doch weiß keine nix.
Auch ist der aller brävste Mann
den meisten viel zu schlecht,
wenn er an jenen Gott nicht glaubt,
von dem sie meinen, er wär’ recht.

Erwin P. Kandel

Berufung


Im Wort Beruf steckt - nach dem Sinn,
das Substantiv „Berufung„ drin.
Drum sollte jeder - man sieht’s ein,
zu seinem auch berufen sein.

Mancher sich mit Arbeit quält,
weil er den falschen Job gewählt.
Was er macht ist dann auch Mist,
weil er ja nicht berufen ist.

Wie’s oft so geht im eig’nen Leben:
Hat man die Wahl, greift man daneben.
Erst später merkt man - oft zu spät,
daß man sich wieder mal verwählt.

Reicht dir die Zeit noch, sei nicht dumm,
lerne doch ganz einfach um !

Kann sein, wenn wieder du daneben greifst
auf den Beruf dann gänzlich pfeifst.

Erwin P. Kandel

Freunde


Man hat der Freunde viele,
solang man ihnen nutzen kann.
Doch sind sie erst am Ziele,
verlassen dich die meisten dann.
Zu spät merkt man - man ist vedutzt,
dass sie dich bloß nur ausgenutzt.

Erwin P. Kandel

Rauchen


Jemand rauchte, viel und heiter,
trotz guten Rat, Zigarren weiter.
Jetzt raucht er nicht mehr - „krebst“ dahin.
Verdammt nun Rauch und Nikotin.

So kann’s geh’n, wenn guter Rat
nicht umgesetzt wird in die Tat.

Erwin P. Kandel

Altern


Jahre kommen, Jahre gehen
und so fast im Handumdrehen
wird man alt dabei.

Dass wir altern ist normal.
Wie wir es tun ist nicht egal.

Drum wünsch‘ ich uns von ganzen Herzen
ein Älterwerden ohne Schmerzen.
Ohne Ängste, ohne Sorgen.
Ein Lächeln auch noch übermorgen.

Erwin P. Kandel